Entlastung des Kausystems durch kontrollierte Kontaktverhältnisse
Aufbissschienen sind ein etabliertes zahnmedizinisches Verfahren zur Entlastung von Zähnen, Muskulatur und Kiefergelenken bei funktionellen Überlastungen. Sie kommen vor allem dann zum Einsatz, wenn Pressen oder Knirschen zu einer dauerhaften Beanspruchung des Kausystems führen oder funktionelle Beschwerden bestehen. Ziel der Schienentherapie ist es, schädliche Kräfte zu reduzieren, die natürliche Zahnsubstanz zu schützen und die muskuläre Belastung zu normalisieren.
Eine Aufbissschiene wird so gestaltet, dass die Zahnkontakte kontrolliert und gleichmäßig verteilt werden. Durch eine definierte Kontaktfläche lassen sich ungünstige punktuelle Belastungen reduzieren. Gleichzeitig werden direkte Zahn-zu-Zahn-Kontakte während des Pressens oder Knirschens vermindert, wodurch sich die mechanische Einwirkung auf natürliche Zähne sowie auf vorhandene Restaurationen verringern kann. Auf diese Weise wird der Abrieb an Zahnschmelz und Dentin begrenzt, und auch Füllungen, Inlays, Kronen oder Brücken können vor übermäßigen Kräften geschützt werden. Dadurch lassen sich Risse, Abplatzungen oder Frakturen zumindest reduzieren oder in ihrem Fortschreiten verlangsamen.
Bedeutung für Muskulatur, Kiefergelenke und Therapieverlauf
Viele funktionelle Beschwerden entstehen durch eine dauerhaft erhöhte Aktivität der Kaumuskulatur. Durch stabilere Kontaktverhältnisse kann eine Aufbissschiene dazu beitragen, die Muskulatur aus einer schädlichen Daueranspannung zu lösen. Auch das Kiefergelenk kann entlastet werden, da Belastungsspitzen reduziert und Bewegungsabläufe weniger kompensatorisch ausgeführt werden müssen.
Damit die Schiene wirksam und gut verträglich bleibt, ist eine korrekte Eingliederung sowie eine regelmäßige Kontrolle erforderlich. Veränderungen der Zahnkontakte, Abnutzung der Schiene oder ein verändertes Beschwerdebild können Anpassungen notwendig machen. Im Rahmen der Verlaufskontrolle wird zudem beurteilt, ob die Schienentherapie allein ausreichend ist oder ob ergänzende funktionelle oder therapeutische Maßnahmen sinnvoll sein können.